2020

Die Norddeutsche - 18.06.2020

Den Aufstieg im Visier

Sportschützen Bremen verstärken sich erneut und peilen die Erstklasigkeit an

von Karsten Hollmann
 

Lesum. In den nächsten Wochen wird der Deutsche Schützenbund entscheiden, ob die neue Saison in der 1. und 2. Luftgewehr-Freihand-Bundesliga stattfinden wird. „Die Tendenz ist pro Durchführung“, teilt der Vorsitzende der Sportschützen Bremen, Andreas Brenneke, nach einer Videokonferenz der Vereine mit. Entscheidend sei dann, welche Einschränkungen auf die Vereine zukämen.

„Die Wettkämpfe der 1. Liga werden in Sporthallen ausgetragen. Das ist sehr kostenintensiv. Es müssen eine Halle und elektronische Anlagen für das Wochenende bezahlt werden. Dürfen keine Zuschauer anwesend sein, gibt es für die Veranstalter kaum Einnahmen, aber viel Ausgaben“, gibt Brenneke zu bedenken. In der 2. Bundesliga Nord, in der auch die Lesumer seit zwei Jahren beheimatet sind, durften bis jetzt die Vereinsanlagen genutzt werden. „Sollten diese aber je nach Bundesland nicht freigegeben werden oder nicht ausreichend Platz bieten, sodass auch wir etwas anmieten müssen, können wir das aus eigener Kraft gar nicht stemmen. Wir würden dann auf Spenden oder eventuell auf Globalmittel des Beirates hoffen“, erklärt der Vereinschef. Eine weitere Frage würde sich noch hinsichtlich der ausländischen Schützen stellen. „Dürfen die einreisen?“, fragt sich nicht nur Andreas Brenneke.

Mit Niels Overgaard erhalten die Nordbremer einen weiteren Schützen des dänischen Nationalkaders hinzu. „Nils ist ein sehr guter Freund von Nicklas Kildehoj und möchte gerne in die deutsche Liga reinschnuppern. Er kann mit Nicklas zusammen anreisen und alles mal kennenlernen“, lässt Brenneke wissen. Mit Philipp Koschinsky, der ursprünglich aus Celle kommt und aus beruflichen Gründen nach Bremen gezogen ist, erhalten die Lesumer auch noch einen weiteren Aktiven dazu. „Philipp ist ein guter Schütze, hoch motiviert, sehr trainingsfleißig und passt sehr gut ins Team“, frohlockt Andreas Brenneke.

Jetzt vier Ausländer im Kader

Dadurch, dass die Sportschützen weit verteilt leben, ist ihr derzeitiger Trainingsstand auch sehr unterschiedlich. „Unsere ausländischen Schützen haben individuell auch mit Scatt-Trainingsanlagen zu Hause trainiert. Die Nationalschützen durften unabhängig davon auch schon früher wieder ins normale Training einsteigen“, informiert Andreas Brenneke. Mit den Niederländern Jelle Wind und Cecilia van Dongen sowie den Dänen Niels Overgaard und Nicklas Kildehoj haben die Lesumer mittlerweile vier Ausländer im Team, wenngleich immer nur einer starten darf. „Das ist aber trotzdem gut, weil zum Beispiel nun Niels Overgaard Nicklas Kildehoj nach dem ersten Wettkampf ablösen kann. Da ist Nicklas dann auch schon ein wenig erschöpft“, betont Sportschützin Eyleen Heuwinkel. Außerdem wolle Cecilia van Dongen eine EU-Genehmigung beantragen, mit der sie dann in ein oder zwei Jahren nicht mehr als Ausländerin bei der International Shooting Sport Federation (ISSF) geführt werde und deshalb stets als zweite Ausländerin eingesetzt werden könne.

Eyleen Heuwinkel hält sich seit Januar in der Nähe von Melsungen in Hessen auf. „Gerade als ich mir dort einen Klub zum Trainieren gesucht habe, kam die Corona-Krise mir dazwischen“, berichtet die Medizintechnik-Studentin, die derzeit ein Praktikum absolviert und im Anschluss ihre Bachelorarbeit beginnen wird. Bei der 22-Jährigen ist es in den vergangenen Wochen und Monaten nicht über Trockenübungen mit dem Gewehr und ein wenig Muskeltraining hinausgegangen.

Ganz anders sieht es da schon bei ihren Teamkollegen Jens Hinrichs und Philipp Koschinsky aus. Letzterer erwarb im Internet zwei elektronische Anlagen für daheim, von denen er eine an Hinrichs abtrat. „Ich habe das Glück, dass es bei mir vom Wohnzimmer aus bis in den Flur genau die zehn Meter sind, die ich für mein Training benötige“, teilt Jens Hinrichs mit. Mittels Infrarot kann er nun ebenso wie Philip Koschinsky ein ziemlich realistisches Training daheim absolvieren. „Es fehlt nur der Rückstoß, den das Gewehr durch das Benutzen einer Patrone erfährt“, so der 34-Jährige. Aber auch so hüpfe das Gewehr ein wenig.

Von Jelle Wind habe Hinrichs gehört, dass er in den Niederlanden während des Lockdowns auch fleißig trainiert habe. „Er hat auch viele Tipps für ein Training per Video ins Netz gestellt. Da waren ganz witzige Sachen dabei“, sagt Jens Hinrichs. Der Projektmanager lebt mittlerweile in Sandkrug, kann im dortigen Verein aber gerade nicht trainieren, weil dieser die Corona-Pause dazu genutzt hat, kräftig zu renovieren und unter anderem ein neues Dach für seine Anlage zu errichten. Einmal in der Woche tritt Hinrichs aber auch bei den Sportschützen auf der Anlage des Blumenthaler SV an. „Der Trainingsbetrieb wird bis jetzt aber noch eher verhalten angenommen. Für viele Schützen ist die Saison gelaufen, da ja alle Meisterschaften abgesagt wurden und die neue Saison erst im Oktober mit der Vereinsmeisterschaft startet“, sagt Andreas Brenneke. Teile des Ligateams genossen gerade eine Trainingseinheit mit Uwe Knapp, dem Nationaltrainer des norwegischen Pistolennachwuchses und ehemaligen Übungsleiter des Burger SV. „Er ist ein guter Freund und hat unseren Schützen noch ein paar gute Tipps und Tricks für die kommende Saison gegeben“, so Brenneke.

Trotz der Verstärkungen will der der Vereinsboss den Druck von seiner Mannschaft nehmen. „Einen direkten Angriff auf die 1. Liga wird es wohl nicht unbedingt geben, da mit Nordstemmen eine starke Mannschaft aus der 1. Liga abgestiegen ist und deshalb alles geben wird, um wieder aufzusteigen“, erklärt Andreas Brenneke. Es gebe aber auch noch ein paar andere Mannschaften in der 2. Bundesliga Nord, die das Zeug zum Aufstieg hätten. „Das Ziel für uns wird erst einmal das obere Drittel sein. Und wenn wir es dann wieder zu den Aufstiegswettkämpfen schaffen würden, fahren wir auch motiviert nach Hannover und werden das Beste geben“, verspricht Brenneke.

Die Aktiven selbst äußern sich ein wenig mutiger. „Der Aufstieg ist auf jeden Fall unser Ziel, zumal wir ja Anfang des Jahres erst gerade im Aufstiegswettkampf zur 1. Liga knapp gescheitert sind“, sagt Jens Hinrichs. Während Philipp Koschinsky ein Kandidat dafür sei, etwa 385 Ringe in einem Wettkampf beizusteuern, so habe Niels Overgaard sogar ein noch etwas höheres Niveau. „Der kann mit seinem Nationalmannschaftskollegen Nicklas Kildehoj mithalten“, verrät Hinrichs. Also dürften auch von diesem Ergebnisse von mehr als 390 Ringen zu erwarten sein. Die beiden Dänen hätten sich während der Corona-Pause auch online mit Kaderschützen aus aller Welt gemessen. „Es ist schon der Wahnsinn, was die Dänen so schießen“, staunt Jens Hinrichs. Auch Eyleen Heuwinkel zeigt sich bezüglich der kommenden Saison optimistisch, sofern sie denn ausgetragen wird: „Der Plan ist der Aufstieg. Ich sehe auch eine gute Chance für uns.“

 

 

Die Norddeutsche - 24.01.2020

Erstliga-Aufsteiger werden gesucht

Ohne Topmann Nicklas Kildehoj

von Karsten Hollmann
 

Lesum. Die Sportschützen Bremen kämpfen am Sonntag in Hannover erstmals um den Aufstieg in die 1. Luftgewehr-Freihand-Bundesliga. Finanziell wäre die höchste Klasse für die Lesumer wohl kaum zu stemmen. „Wir könnten uns einen Aufstieg wohl gar nicht leisten. In der 1. Bundesliga sollte man schon ein Budget von 10 000 Euro aufwärts anvisieren. Da hapert es auch schon an Sponsoren, die uns bei unserer Sportart nicht gerade die Tür einrennen“, gibt der Sportschützen-Vorsitzende Andreas Brenne zu bedenken.

Den Schützen selbst könne man diese Summen auch nicht unbedingt zumuten, so Brenneke. Der größte Teil der Mannschaft trifft bereits am Sonnabend in Hannover ein, um das angebotene Training von 17 bis 19 Uhr in Anspruch zu nehmen. Cecilia van Dongen wird dann am Sonntagmorgen dazustoßen. Die Nordbremer müssen allerdings wieder auf ihren dänischen Topmann Nicklas Kildehoj verzichten, der parallel beim H&N-Cup in München startet.

Deshalb steht Cecilia van Dongen erneut im Aufgebot. Neben der Niederländerin läuft der Vizemeister der 2. Bundesliga Nord mit Eyleen Heuwinkel, Guido Flierbaum, Kevin Standhartinger, Jens Hinrichs und Birgit Querfurth auf.

Der erste Wettkampf beginnt um 11.30 Uhr, der zweite um 14:30 Uhr. Neben den Sportschützen Bremen gehen mit der Giebichensteiner SGI-Halle und dem PSV Olympia Berlin (2. Liga Ost), SV Ladekop (2. Liga Nord) sowie SV Kamen und PSS Inden/Altdorf  (2. Liga West) fünf weitere Mannschaften an den Start.

„Unsere Schützen sollen einfach die Aufstiegswettkämpfe genießen und Spaß haben. Ein Platz im Mittelfeld wäre schon schön“, sagt Andreas Brenneke. Für ganz vorne werde es nicht reichen. „Aber in der 2. Bundesliga fühlen wir uns auch ganz wohl“, versichert der Vereins-Chef. Die beiden erstplatzierten Formationen steigen in die Beletage des deutschen Schießsports auf.

 

Aktuelles

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Aufgrund der aktuellen CORONA-Lage, ist der Schießbetrieb vorerst bis zum 19.04.2020 eingestellt.

Der Vorstand folgt hiermit der Empfehlung der Behörden und hofft auf schnelle Besserung der Lage um den Betrieb möglichst wieder aufnehmen zu können.

Bleibt gesund!!

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Schießsportanlage

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